Konfidenz-Markierung (KI)
Bewertung, wie sicher sich eine KI bei einem Vorschlag ist.
Bewertung, wie sicher sich eine KI bei einem Vorschlag ist.
Konfidenz-Markierungen (oder Konfidenz-Scores) zeigen an, wie sicher ein KI-Modell sich bei einer einzelnen Ausgabe ist. Technisch basieren sie auf den Wahrscheinlichkeiten, die das Modell intern beim Erzeugen jedes Tokens berechnet; bei Klassifikationsmodellen liegen sie zwischen 0 und 1. Moderne medizinische KI gibt zu jedem Vorschlag (z. B. ICD-10-Code, Medikament, Befundtext) eine Konfidenz-Stufe an: hoch, mittel, niedrig — oft mit visueller Codierung wie Ampel oder Prozentangabe. Niedrige Konfidenz heißt: das Modell hat mehrere plausible Alternativen, der Arzt sollte aktiv prüfen. Wichtig: Konfidenz ist nicht gleich Korrektheit — ein Modell kann mit hoher Konfidenz falsch liegen (Halluzination). Konfidenz-Markierungen sind Teil der menschlichen Aufsicht, die der EU AI Act fordert. Sie ersetzen nicht die ärztliche Verantwortung, machen sie aber gezielter.
Konfidenz-Markierungen sind das Frühwarnsystem gegen Halluzinationen. Bei niedriger Konfidenz lieber zwei Sätze mehr lesen, bevor die KV Rückforderungen schickt. Eine sinnvolle Praxis-Routine: alles unter mittlerer Konfidenz wird vor Freigabe explizit geprüft, hohe Konfidenz wird stichprobenartig kontrolliert. Wer Konfidenz-Markierungen abschaltet oder ignoriert, hebelt einen wichtigen Schutzmechanismus aus. Bei der Software-Auswahl lohnt die Frage, wie Konfidenzen berechnet und dargestellt werden — pure Prozentzahlen ohne Kalibrierung sind weniger nützlich als gut begründete Stufen. Konfidenz-Markierungen lassen sich auch zur internen Qualitätssicherung nutzen, etwa wenn alle "niedrig"-Fälle in einem wöchentlichen Review besprochen werden.
Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall.
14 Tage testen, vortrainiert auf GOÄ und ICD-10. Hardware in Ihrer Praxis.