Anamnese
Gespräch zur Krankengeschichte — Grundlage jeder Diagnose.
Gespräch zur Krankengeschichte — Grundlage jeder Diagnose.
Die Anamnese ist das strukturierte Gespräch zur Erfassung der Krankengeschichte und das Fundament jeder ärztlichen Diagnostik. Sie umfasst aktuelle Beschwerden, Vorerkrankungen, Operationen, Allergien, Medikation, Familien-, Sozial- und Berufsanamnese sowie psychosoziale Faktoren. Klassisch gegliedert in Eigen-, Familien-, Sozial- und vegetative Anamnese; bei chronischen Erkrankungen ergänzt um spezifische Symptom- und Verlaufs-Anamnesen. Die Anamnese ist nach §§ 630a ff. BGB Teil des Behandlungsvertrags und nach Berufsordnung dokumentationspflichtig. Sie ist gleichzeitig der wichtigste und zeitaufwendigste Teil jedes Termins; Studien zeigen, dass etwa 70 Prozent der Diagnosen allein durch sorgfältige Anamnese gestellt werden können. Aufgrund knapper Sprechstundenzeit wird die Anamnese im Alltag oft verkürzt, was diagnostische Risiken birgt.
Wer während der Anamnese tippt, verpasst die Hälfte — Augenkontakt und aktives Zuhören gehen verloren. KI mit Mikrofon oder Stichpunkt-Modus löst das auf, weil die Doku im Hintergrund mitläuft. Eine gute Praxisroutine sieht eine MFA-Vor-Anamnese vor (Personalien, aktuelle Beschwerden, Medikation), die der Arzt nur noch vertieft. Zeitlich liegen typische Erst-Anamnesen bei 10 bis 20 Minuten, Folge-Anamnesen bei 3 bis 8 Minuten. Bei multimorbiden Patienten lohnt eine strukturierte Vorlage, sonst werden Komorbiditäten übersehen. KI-Doku darf die Anamnese nicht ersetzen, aber sie kann den Doku-Aufwand danach drastisch reduzieren — Brief-Rohling und Kodier-Vorschlag sind oft direkt nutzbar.
Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall.
14 Tage testen, vortrainiert auf GOÄ und ICD-10. Hardware in Ihrer Praxis.