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Ratgeber · 6 Min Lesezeit ·

TI fällt aus — was jetzt? KI-Doku im Offline-Modus

Wenn die Telematikinfrastruktur ausfällt, steht die Praxis still. Was Ersatzverfahren leisten, was KI-Doku auch ohne Netz kann — und wie Sie vorbereitet sind.

Mittwochmorgen, 8:14 Uhr. Der Konnektor blinkt rot, der eRezept-Server antwortet nicht, KIM-Nachrichten gehen nicht raus. Das Wartezimmer füllt sich. Sie haben drei Möglichkeiten: Patienten nach Hause schicken, händisch arbeiten und alles später nachtragen — oder weiterarbeiten, weil Ihre Werkzeuge auch ohne Netz laufen. Die dritte Option ist 2026 möglich. Sie braucht aber Vorbereitung.

Was bei TI-Ausfall rechtlich gilt

Die Telematikinfrastruktur fällt in Deutschland überraschend oft aus — laut gematik-Statusberichten 2025 hatten Ärzte im Schnitt acht relevante Störungen pro Jahr. Für einige Anwendungen gibt es Ersatzverfahren, geregelt im Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä):

Wer Ersatzverfahren nutzt, muss die Störung im Praxis-Tagesprotokoll dokumentieren. Bei längeren Ausfällen lohnt der Hinweis bei der KV — manche fordern bei häufigen Ausfällen Belege.

Warum Cloud-KI bei TI-Ausfall meist auch tot ist

Die Telematikinfrastruktur ist nicht das gleiche wie Ihr normales Praxis-Internet — aber in der Realität hängt vieles am gleichen Anschluss. Wenn der Konnektor nicht erreichbar ist, ist häufig auch die Internet-Leitung gestört. Eine Cloud-basierte KI-Doku ist dann ebenfalls offline.

Heißt: Sie sitzen vor dem Patienten, das Mikrofon der Cloud-Lösung wartet auf Server-Antwort, und nichts passiert. Sie schreiben mit. Abends tragen Sie alles nach. Genau der Modus, den Sie eigentlich loswerden wollten.

“Beim letzten großen Ausfall hatte ich drei Stunden lang keinen Computer-Zugriff auf irgendetwas. Mein KI-Tool? War das erste, was nicht mehr ging.” — Hausarzt aus dem Saarland

Was lokale KI-Doku im Offline-Modus leistet

Lokale KI auf einem Gerät in der Praxis arbeitet weiter, weil sie nicht ins Internet muss. Konkret heißt das:

Das ist nicht ganz die volle Leistung. Aber es ist deutlich besser, als händisch mitzuschreiben und abends drei Stunden nachzutragen.

Ihre Notfall-Checkliste für die Praxis

Was Sie heute schon vorbereiten können — unabhängig vom Anbieter:

MaßnahmeAufwandNutzen
Papierrezepte (Muster 16) im Vorrat5 Min, einmalighoch
AU-Formular auf Papier griffbereit5 Min, einmalighoch
Liste mit Telefonnummern (KV, gematik, IT) ausgedruckt am Empfang15 Minmittel
Dokumentations-Vorlage für Tagesprotokoll bei Störung30 Minmittel
Test: Was geht in der Praxis weiter, wenn das Internet aus ist?1 Stunde, einmal pro Quartalhoch
Klärung mit Anbieter: Funktioniert KI-Doku ohne Internet?10 Min Telefonathoch

Der letzte Punkt ist der entscheidende. Bei vielen Cloud-Anbietern lautet die ehrliche Antwort: nein. Bei lokaler KI lautet sie: ja, mit Einschränkungen. Wer jetzt einkauft, sollte das mitfragen.

Was die KV in den letzten Monaten zu TI-Stabilität gesagt hat

Die KBV hat 2025 mehrfach Resolutionen verabschiedet: TI-Stabilität sei Voraussetzung für Pflichten. Bei massiven Störungen sollen Praxen nicht für nicht-eingehaltene digitale Prozesse haften. Der praktische Effekt ist begrenzt — Sie stehen trotzdem vor dem Patienten und müssen entscheiden. Aber rechtlich sind Sie bei dokumentiertem Ausfall auf der sicheren Seite.

Der praktische Hinweis am Ende

Bei Otium läuft die Sprachverarbeitung auf einem Gerät in Ihrer Praxis. Wenn die TI ausfällt — und mit ihr oft das Internet — schreibt Otium weiter mit. Sie verlieren den Komfort der ausführlichen Brief-Variante, aber nicht die Stunde, die Sie sonst abends nachholen müssten.

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